Leonce und Lena

In einer ungewöhnlichen musikalischen Verpackung wurde Georg Büchners Lustspiel-Klassiker an neun Abenden als Freilichtspiel im Schwabacher Bürgerhof präsentiert. Sechzehn Akteure erzählten die kokette Romanze von den beiden Königskindern Prinz Leonce vom Reiche Popo und Prinzessin Lena vom Reiche Pipi.
Die Szenarien oft clownesk und karikierend an Zirkusszenen oder absurdes Theater erinnernd wollten jene unterschwellige Kritik wörtlich nehmen und zur Schau stellen, die bei Büchner zwischen den Zeilen mitschwingt: So gab es nicht nur eine „steppende Kuh“ zu sehen oder einen tollpatschigen „Staatsratspräsidenten“, sondern auch einen herumlungernden Hofstaat, eine zickige Prinzessin, sowie einen maroden, im wahrsten Sinne des Wortes „verknöcherten Staatsrat“. Bei ihrer Flucht nach Italien entführten die beiden Protagonisten ihr Publikum nach „Bella Italia“. Und dann passiert das Schreckliche: Leonce und Lena begegnen sich in einer Trattoria. Der Augenblick seines höchsten Glückes ist gekommen und der launische Prinz beschließt: sich das leben zu nehmen … !
Aus Büchners sehr poetisch anmutender Dialogvorlage wurden die zentralen Passagen szenisch herausgearbeitet und vermutete Längen durch musikalische Intermezzi ersetzt. Dabei ist ein theatralischer Bilderbogen entstanden, der die eingestaubte Love-Story mit neuem leben,
Situationen und Musik aus der „Jetzt-Zeit“ in Revueschau auf die Bühne bringt.
Sehr großen Wert legten der Regisseur und sein Team darauf, dass die märchenhafte Liebesgeschichte auch theaterinteressierte Kinder und Jugendliche anspricht.








